Brief vom Himmel zum Himmel auf Erden
Wir spüren deine Angst. Warum hast du Angst? Suchend tasten wir uns an deine Zitzen. Wie herrlich geborgen fühlen wir uns dabei. Plötzlich ein Ruck. Die Hand die dich immer gefüttert hat, stieß dich aus dem Auto. Wir beide fallen neben dich auf den Boden. Du bist verstört, überträgst auch die Angst auf uns. Was machst Du? Wo läufst du hin? Mami, bitte bleib da. Wir können dir doch nicht folgen. Mama!!!!

Ein schrecklicher Lärm, Quietschen von Autoreifen. Du liegst auf der Straße. Mama, bitte steh auf. Bitte wach endlich auf. Warum rührst du dich nicht? Mama, wir brauchen dich doch. Uns ist so kalt. Hunger haben wir auch. Bitte komm zu uns. Unsere kleinen Füße bemühen sich zu dir zu gelangen. Wir kuscheln uns an dich. Wenigstens können wir unseren Hunger an deinen Zitzen stillen.

Wieder ein Quietschen. Zwei Frauen laufen zu uns her. Eine Frau nimmt mich hoch und auch meine Schwester. Die andere nimmt dich auf den Arm. Behutsam legen sie dich auf den Rücksitz. Die andere Frau wärmt uns einstweilen auf ihrem Schoß. Wir werden in ein Zimmer gebracht. Wir sind dort ganz alleine. Wieder bei einer anderen Frau. Diese füttert uns mit einem Fläschchen. Die Zitzen der ´Mami wären uns lieber. Übrigens, wo ist unsere Mami? Warum ist sie nicht bei uns? Die Frau bettet uns in ein warmes "Nesterl. Wir spüren, dass in diesem Haus noch viele andere Katzen sind. Ist da unsere Mami dabei?

Einige Tage sind nun vergangen und wir versuchten erstmals selber zu fressen. Oh Mami, du wärst so stolz auf uns. Schade, dass du das nicht sehen kannst. Wir halten inne, hören vertraute Stimmen. Die beiden Frauen, die uns hergebracht haben, sind zu Besuch. Die Türe geht auf. Sissi legt etwas in Decken gehülltes behutsam auf den Boden. Sie öffnete die Decke leicht und..... Nein, das gibt`s doch nicht. Mami, Du ? Wir wollten sofort wieder zu deinen Zitzen, aber Sissi hielt uns zurück. Sie sagte, dass wir vorsichtig sein müssen, weil du eine schwere Operation hinter dir hast und es ein Wunder ist, dass du noch lebst. Du warst aber so glücklich uns wiederzusehen, dass du die Schmerzen vergessen hast und auf uns zugekommen bist und uns abgeschleckt hast. Vor lauter Freude kamst nicht mal dazu Angst zu haben in der neuen Umgebung. Du hast dich hier von Anfang an geborgen gefühlt. Und wir erst. Zum kuscheligen Plätzchen, dem herrlich gefüllten Futternapf bist nun auch du wieder zu uns zurück gekommen. Ein Dankeschön an das Schicksal und an die beiden Frauen, die uns gerettet haben und uns an diesen Ort der Liebe gebracht haben.

Ein Jahr durften wir zusammen glücklich leben, bis das Schicksal wieder zuschlug. Meine Schwester Angie wurde krank, sehr krank und verstarb. Kurz darauf erblindete ich aufgrund der selben Krankheit und starb ebenfalls nach einigen Wochen. Mami, wir beide sind nun deine Schutzengel und geben auf dich acht. Wir sehen, dass du dich gut entwickelt hast, bei bester Gesundheit bist, auch wenn du zahnlos geworden bist.

Mami - oder Lilly, wir denken viel an dich und hoffen, dass du noch lange bei der Sissi bleiben darfst. Vor allen Dingen wünschen wir dir einen Paten, dass du dieses Haus der Liebe niemals verlassen wirst müssen. Wir wissen, dass Sissi um dich und alle anderen Tiere kämpft und auch, dass sie es nur mit Tierfreunden schaffen kann. Zum Glück gibt es nicht nur solche Leute wie deine Vorbesitzer an die, wenn überhaupt, du nur mehr mit Schaudern denkst. Wenn du dich in der Nacht an die Sissi kuschelst und deine zahnlosen Liebesbisse in ihre Nase gibst, wissen wir, dass ihr es gemeinsam schaffen werdet. Mami-Sissi-Kumpels. Wir sind bei euch so wie wir wissen, dass wir in euren Herzen noch weiterleben.
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