Micky erzählt...
Ich bin von allen hier nun am längstem in diesem Heim und habe viel miterlebt. Ich zähle schon stolze 18 Jahre und erfreue mich bester Gesundheit. Zwar bin ich nicht mehr so verspielt wie die Jugendbande hier, aber ich bin sehr einsichtig wenn sie durchs Haus hetzen und an mir vorbeijagen. Ich war in meiner Jugend auch nicht viel anders. Ich jage viel lieber dem Laserpointer nach. Das macht mir trotz meines hohen Alters noch enormen Spass.

Wie ich hierherkam? Daran kann ich mich nur mehr vage erinnern. Ich kam mit einem Beinchen in eine Falle die Tierquäler ausgelegt haben. Sissi pflegte mein Beinchen gesund. Das waren noch Zeiten. Viel Auf und Ab habe ich zusammen mit meinen Herrschaften erlebt. Ich könnte stundenlang hier sitzen und erzählen. Jedenfalls habe ich viel Leid und auch viel Freude miterlebt. Freude dann, wenn ein ganz armer Kumpel wieder gesund geworden ist oder auch seine Besitzer wieder gefunden hat. Uiiiii, da flossen schon manche Tränen der Freude und Erleichterung. Wo soll ich anfangen zu erzählen? Mal sehen. Da fällt mir auf Anhieb unsere Zicke die Rusty ein. Sie ist wahrlich eine Zicke- na ja, ein Mädchen.

Rusty musste aus ihrem Zuhause ausziehen, weil sie in diesem jahrelang herumgezickt hat und auf alles losgegangen ist. Hauptsächlich auf die Kleinkinder in dem Haushalt. Diese lernten bei Rusty das fürchten. Oder war`s etwa umgekehrt? Na ja, Spekulationen….. Rusty kam zu uns und wurde erstmals im Quarantänezimmer untergebracht. Wir hörten nur pfauchen und knurren aus diesem, wenn Sissi ihr Futter brachte oder sich mit ihr unterhielt. Wir bangten alle um Sissis Hände. Wenn diesen was passieren würde, nicht auszudenken, denn wer öffnet uns an ihrer Stelle die Dosen? Wir wissen wie gefährlich unsere Bisse werden können. Sissi war wieder in dem Zimmer. Öffnete die Türe wo etliche Kumpels wartend davor gesessen sind und schnappte sich den erstbesten von uns und ging mit diesem (es war Felix) in den Raum. Wir alle waren froh, dass es nicht einen von uns erwischt hat. Sissi setzte sich mit Felix in den Raum und schmuste mit ihm vor Rustys Augen herum. Diese sah brummend und ängstlich zu. Das Spiel wiederholte sich täglich. Jedesmal war ein anderer Kumpel dran. Dann sogar zwei. Nach einiger Zeit öffnete Sissi die Türe und Rusty wagte sich langsam heraus. Wir waren alle uuuurbrav, denn vor dieser roten Dame hatten alle Respekt. Jeder der ihr zu nahe kam, wurde geohrfeigt. Wir gingen ihr aus dem Weg. Sehr bald hat Rusty ihr Verhalten abgelegt und schmust nun mit Sissi herum. Bei uns kommt es auf ihre Launen drauf an. Eine richtige Zicke. Wenn Rusty auf ihrem Lieblingssessel sitzt, wagt sich keiner von uns dazu zu legen. Dabei liegen wir oft zu dritt auf dem Sessel. Platz wäre ja. Aber Rusty - die Zicke geniesst den Platz ganz alleine. Und das leider viel zu oft.

Rusty hat ein Engelsgesicht und die Besucher neigen dazu sich davon täuschen zu lassen. Jeder hat noch versucht Rusty zu streicheln. Bevor Sissi noch eine Warnung ausstossen konnte, bekamen die Besucher Rustys Krallen zu spüren. Begleitet mit heftigem Brummen und Pfauchen. Meist legt sich Rusty bei Besuch mitten auf den Tisch und wehe , wenn der Besucher nach seinem Kaffee greifen möchte. Rusty verschafft sich überall und bei jedem Respekt. Dabei kann sie in Sissis Händen sooo lammfromm sein. Wir nehmen die Zicke jedenfalls nicht sehr ernst, denn hinter ihrem Gepfauche ist nichts dahinter. Nach dem Motto - Hunde die Bellen, beissen nicht. So ist auch Rusty.

Unser Sorgenkind Floyd

Floyd musste mit vielen Schicksalsschlägen fertig werden. Sein heissgeliebtes Herrchen verstarb und dann auch noch sein bester Freund der Hund. Floyds Frauchen konnte ihn nicht mehr behalten, weil es mit dem neuen Hund nicht möglich war. Floyd zog hier ein und versteckte sich unentwegt. Er frass nichts und Sissi versuchte vom Ex-Frauerl zu eruieren warum er sich so verhält und was er gerne frisst. Das Frauerl meinte, dass Floyd sich tagsüber immer versteckt gehalten hat und er nur drei Sorten Futter annimmt. Sissi kaufte diese Sorten, doch Floyd ass nichts. Sissi musste ihn mit der Astronautennahrung künstlich ernähren. Floyd wurde mittlerweile Blut abgenommen, aber man konnte nichts ernstes finden. Floyd nahm trotz künstlicher Ernährung erschreckend viel ab. Sissi befürchtete Schlimmstes. Sie kümmerte sich intensiv um Floyd und versuchte mit allen Mitteln ihn zum Fressen zu bewegen. Wir alle hofften, dass er nicht damit anfängt, denn die vielen Leckerlis (Schälchen, rohes Fleisch, gekochtes Fleisch, Fisch etc.) bekamen nach erfolglosen Versuchen wir zu fressen.

Jedesmal wenn Sissi Floyd rief, kamen wir alle herangedonnert, weil wir wussten, dass Sissi erneut ein neues Leckerli ausprobieren wollte. Wusste gar nicht, wie viele Floyds hier leben - hi hi. Sissi war schon am Verzweifeln und am Ende ihrer Weisheit , da begann Floyd zu fressen. Endlich. Er liebt das Trockenfutter heiss und Schälchen. Das Frauchen hat Sissi erzählt, dass sich Floyd nie gerne hochheben ließ. Bei Sissi hängt er dauernd oben und lässt sich wie ein Menschenkind herumtragen. Da neigen wir schon manchmal zur Eifersucht.

Floyd wird jedes Mal wenn es Mahlzeit gibt in ein Extrazimmer getragen wo er alleine fressen darf. Floyd ist sehr schüchtern und zurückhaltend. Er würde neben uns gierigen Fressern verhungern. Floyd hat sich auch schon auf einem Extrakopfpolster neben Sissis Kopfpolster bequem gemacht. Sie ruft und er liegt schon neben ihr. Nun hat er es endlich geschafft.

Er dürfte die viele Trauer überwunden haben und merkt nun, dass es wieder einen Menschen gibt, den er all seine Liebe schenken darf. Trotzdem ist Sissi überzeugt, dass der 10jg. Floyd bei einem Menschen alleine glücklicher wäre. Floyd ist der Betrieb hier einfach zu lebhaft. Normalerweise verstreuen wir uns im ganzen Haus. So, dass viele Besucher denken, dass hier nur ganz wenige Katzen wohnen.

Aber zur Fütterungszeit finden wir uns alle ein. Das war Floyd zu viel. Und dennoch erscheint er nun mittendrin und himmelt unsere Sissi an. Sie nimmt ihn dann hoch, lässt uns links liegen, trägt ihn in sein Extrazimmer und gibt ihm noch immer Leckerlis. Ungerecht ist die Welt. Wir sollten uns mal verstellen und uns so zurückhaltend geben wie Floyd. Ein Gedanke ist es jedenfalls wert.
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