Der vergessene Hund
Schlimm war der Tag an dem du, deine Frau und ich mein Frauerl verloren haben. Wie sehr vermisste ich ihre Streicheleinheiten. Ich spürte, wie sehr sie auch dir fehlte. Eng aneinandergeschmiegt spendeten wir uns gegenseitig Trost. Bis in den Tod werden wir zusammenhalten.

Nach einiger Zeit kehrte auch wieder etwas Glück in unsere Herzen. Wir genossen unsere gemeinsamen Ausflüge und Zärtlichkeiten. Ich war wieder sehr glücklich. Bis zu dem Tage, an dem du ein neues Frauerl nach Hause brachtest. Ich spürte ihre Abneigung gegen mich und ihr strittet oft meinetwegen. Wieder ein Streit. Du nahmst die Leine und meine Freude war groß. Endlich machen wir beide wieder einen Ausflug.

Wir besuchten eine Frau mit vielen Tieren. Die Frau war sehr nett und lieb zu mir, aber mit meinen 16 Jahren war mir dort doch zu viel Betrieb. Wann gehen wir denn wieder? Endlich bist du dann aufgestanden und zur Tür gegangen. Ich folgte dir langsam, denn ich war ja schon blind und in diesem fremden Haus kannte ich mich ja nicht aus. Doch als ich zur Tür kam, warst du schon draußen. Du hast mich einfach vergessen. Ich schrie dir nach, heulte so laut ich nur konnte, aber du hast mich nicht mehr gehört. Sissi wollte mich trösten. Aber schon wieder war da das Gefühl der Einsamkeit in mir. Bewusst hast du mich sicher nicht zurückgelassen, denn schon als ganz kleines Baby war ich bei Euch und wir hatten doch wunderschöne 16 Jahre hinter uns. Nein, du wirst mich sicher holen.

Tagelang wartete ich vor der Türe. Von Tag zu Tag verlor ich immer mehr den Lebensmut. Mein Körper wollte auch nicht mehr. Da hörte ich, wie Sissi dir am Telefon von mir berichtete. Sie weinte dabei und manchmal wurde sie auch böse zu dir. Das tat weh, denn ich habe dich doch so lieb. Wiederum heulte ich so laut ich nur konnte, aber es war nur mehr ein leises Jammern. Mir war so schlecht. Mein Atem roch nach Urin. Müde legte ich mich in eine Ecke und wollte nur mehr schlafen. So sehr sehnte ich mich nach meinem Frauerl. Ob sie mich auch vergessen hätte?

Auf einmal standest du vor mir. Bin ich schon im Himmel? Du hast geweint, mich hochgehoben. Ach Herrli, ich liebe dich. Mit letzter Kraft leckte ich deine Tränen. "Sie" war auch dabei, hat mich kaum beachtet. Ich weiß, dass ihr euch schon wieder meinetwegen gestritten habt. Als ihr wieder gegangen seid, habe ich dir nicht mehr nach geheult. Ich wusste, es war unser Abschied. Dann hörte ich nur noch, wie du zu Sissi sagtest, dass du meine Leine und das Halsband als Andenken haben willst. Tu`s nicht, denn vielleicht wird Dir noch bewusst, wie sehr ich deinetwegen leiden musste und auch, dass du nicht mal in meiner letzten Stunde an meiner Seite warst.

Sissi war bei mir, obwohl sie eigentlich nicht in mein Hundeleben hätte gehören sollen. Die Tür ging auf, kurz hatte ich gehofft, dass du doch noch kommst und mich wie früher drückst und mir auf dem letzten Weg beistehst. Doch es war wieder nur eine fremde Person. Er gab mir eine Spritze und ich schlummerte langsam ein. Ich spürte nur mehr Frieden, denn ich ging mit dir in meinem Herzen. Ich war dir bis in den Tod treu. Das müsst ihr Menschen erst noch von uns Tieren lernen!
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