Alfis Geschichte
Als ich euch Alfis Geschichte niedergeschrieben habe, ist mir mein eigenes Schicksal wieder bewusst geworden. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten.

Meine Menschen tauften mich Amy. Zu dieser Zeit war mir der Name noch egal, denn die Angst vor Menschen war riesengross. Kein Wunder, ich hatte ja auch kaum gute Erfahrungen mit ihnen.

Geboren wurde ich als Tochter einer herrenlosen Katze. Meine Mutter war spindeldürr, denn in dieser Gegend gab es wenige tierliebende Menschen und daher auch kein regelmässiges Futter. Gerade mal eine alte Frau hat sich unserer Mutter erbarmt und Essensreste rausgestellt. Sie musste dies aber heimlich machen, denn die Nachbarn haben die arme alte Frau deswegen beschimpft und angezeigt. Angeblich würde sie die Ratten anzüchten.

Aus Dankbarkeit hätte meine Mutter sicherlich diese auch gefangen. Aber der grosse Hunger bewirkte, dass sowieso nie was übrig blieb. Meine Mutter hat mich und drei weitere Geschwister im Herbst geboren. Nach ein paar Wochen brachte sie uns zu der alten Dame.

Diese hatte natürlich auch Futter für uns übrig. Ein Geschwisterchen nach dem anderen verschwand. Dann auch meine Mutter. Ich war die einzig Überlebende und so sehr einsam und hilflos. Die alte Dame richtete mir ein Bettchen im Schupfen. Gerne wäre ich ihr zugegangen, doch die Angst war viel zu gross. Ich suchte meine Geschwister und vor allen Dingen meine Mutter. Die alte Dame weinte bitterlich und stritt mit den Nachbarn. Lange Zeit rührte ich mich nicht aus dem Schupfen und frass und schlief und wartete…….

Nach einigen Monaten Einsamkeit kam der Trieb. Bald soll ich selber eine Familie haben. Natürlich wollte ich die Babys in "meinem" sicheren Schupfen bei der alten Dame bekommen.

Ich freute mich schon sehr darauf, dass ich nicht mehr alleine sein muss. Der Kater war ja auch nur kurz vorbeigekommen und alsbald wieder verschwunden. Es war bald soweit. Da kam die alte Dame und verschloss die Schupfentüre. Sie redete auf mich ein. Mich überfiel Panik. Was hat sie vor? Wie kann ich entkommen? Da hörte ich ein Auto. Eine Person kam in den Garten und rief die alte Dame. Diese antwortete sofort. Die Frau kam rein und redete behutsam und leise, was meine angst aber nicht schmälerte.

Die alte Dame meinte, dass die einzige Überlebenschance für mich und die ungeborenen Babys wäre, wenn ich schnell aus diesem hasserfüllten Gebiet weg käme. Ich erfuhr, dass der rechte Nachbar meine Geschwister und die Mama auf dem Gewissen hat. Sie selber würde mich gerne aufnehmen, doch ich würde sie hundertprozentig überleben und danach wäre ich erneut in Gefahr. Man stellte mir ein Futter in einer Kiste bereit und die beiden Frauen gingen. Hungrig wollte ich den wohlriechenden Fisch fressen, da fiel eine Türe hinter mir zu und ich war gefangen. Die Angst lähmte mich erneut. Die beiden Damen kamen rein, breiteten eine Decke über die Falle. Wir fuhren in eine ungewisse Zukunft.

Angekommen roch ich viele Katzen. Ich hörte einige miauen. Gar nicht ängstlich. Dennoch, meine Angst war gross. Ich kam in ein Zimmer wo ich viele Schachteln mit neuen Decken vorfand. Herrliches Futter stand da und Milch, hmmmmm. Aber natürlich versteckte ich mich vorerst. Ich wusste nicht, ob ich mich wohl fühlen soll, oder ob ich mich noch fürchten muss. Am nächsten Tag entband ich fünf wunderschöne Babies. Jedesmal wenn die Türe aufging, flüchtete ich mich hinter den Kasten. Meine Kinder aber hörten nicht auf mich und mein Gebrumme indem ich ihnen lernen wollte, dass man angst vor den Menschen haben muss. Nein, als sie 5 Wochen alt waren, kletterten sie das Bein vom Menschen hoch und mir blieb fast das Herz dabei stehen als ich dies aus sicherer Entfernung beobachtet habe.

Doch meine Kinder zeigten Gespür. Vor Sissi brauchten sie niemals angst haben und ich lernte von meinen Kindern, Durch sie hab ich auch die Angst abgelegt und ging sogar schon mit meinen Kindern an den Futternapf wenn Sissi daneben stand. Endlich bin ich nicht mehr einsam. Ich hab wieder eine Famile. Eine Riesengrosse sogar. In diesem Hause gibt es nur Liebe und Freude. Aber ich sehe sehr oft an den "Neuen" dass es vielen Katzen so schlecht ergangen ist wie meiner Mutter oder mir. Viele ganz schreckliche Schicksale stecken hinter etlichen Kumpels. Bald aber können sie auch frohlockend über den Neuzugang schreiben, denn hier legt man schnell die Angst vor Menschen ab.
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